Theodor Makridi

1872 – 1940

 

Im Jahre 1872 wurde Theodor Makridi als Sohn von Dr. Ferik Konstantin Makridi Pasha in Istanbul geboren. Seine Schulausbildung erhielt er auf der höheren Schule der Galatasary, die zur damaligen Zeit alle höheren Laufbahnen der osmanischen Verwaltung ausbildete und sich nach europäischen Bildungsstandards richtete.


Zum 01.04. 1892 trat Theodor Makridi in den Dienst des staatlichen Antikenmuseums zu Istanbul, wo er insgesamt 38 Jahre tätig war und unter den Museumsdirektoren Hamdi Bey und Halil Ethem Bey eine überaus erfolgreiche Karriere absolvierte. Schon nach wenigen Jahren (1897/98, 1902/03, 1905/06) nahm Theodor Makridi als Kommissar der osmanischen Antikenverwaltung an österreichischen und englischen Grabungen in Ephesos teil. Ebenso begleitete er die unter deutscher Führung stehenden Grabungen in Baalbeck und Sidon/Syrien. Hierbei erwarb er sich einen guten Ruf als zu zuverlässiger und sachkundiger Mitarbeiter, der mit seinem als humorvoll beschriebenen Gemüt, stets als angenehmer Zeitgenosse empfunden wurde.


Er bereiste zahlreiche Grabungen und erwies sich mit seinem Gespür für vielversprechende Grabungsorte sowie einem ausgewiesenen Organisationstalent als Bereicherung für die Grabungen, die er begleitete. Auch sein sensibles Einfühlungsvermögen und seine ausgeprägte Menschenkenntnis waren insbesondere bei der Akquise zuverlässiger lokaler Grabungsmannschaften meist von grossem Nutzen für die jeweiligen Grabungen.


Theodor Makridis Platz in der Geschichte ihm allein schon durch seine Zusammenarbeit mit Hugo Winckler bei der gemeinsamen Grabungsarbeit in Boghazköi, in den Jahren 1906/07 sowie 1911/12 sicher. Während Winckler das Verdienst zuzuschreiben ist, aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Informationen, die Bedeutung von Boghazköi richtig eingeschätzt und die Grabungssondierungen vorangetrieben zu haben, gebührt Makridi die Anerkennung eine Grabung in organisatorischer Weise so umgesetzt zu haben, dass in den Jahren 1906/07 einigermassen geordnete Grabungen zustande kamen, die auch reichlich Funde, insbesondere im Hinblick auf Tontafeln zeitigte.


Auch die nicht einfachen Umstände unter denen die gesamte Grabung zu leiden hatte, meisterte vor allem Makridi, sowohl was die materielle Versorgung der Gesamtgrabung anging, aber auch den einigermassen planvollen Einsatz der zahlreichen Hilfskräfte vor Ort.


Mit dem als charakterlich sehr schwierig beschriebenen Hugo Winckler kam Makridi scheinbar gut aus, so dass das anfänglich harmonische Verhältnis der beiden, sie zu einem festen Team auch in den Jahren 1911/12 werden liess.


Nach seiner Pensionierung siedelte Theodor Makridi nach Athen über und fand ein neues Betätigungsfeld im Museum Benaki. Jedoch blieb er mit seinem früheren Umfeld verbunden und bereiste mehrfach den Bosporus in verschiedenen Ferienaufenthalten.


Im Herbst 1940 erkrankte Theodor Makridi während einer dieser Reisen und starb nach kurzer schwerer Krankheit in Istanbul.


Nachruf:


AfO 13, 1939-1941, p.380